Das Thüringer Forschungsprojekt „sMobiliTy“ hat im Oktober vergangenen Jahres seine Arbeit aufgenommen, um Elektromobilität der Realität von heute ein Stück näher zu bringen. „Um morgen im Alltagsleben elektromobil sein zu können, müssen wir heute die erforderliche Infrastruktur schaffen“ so Frank Schnellhardt von der INNOMAN GmbH, Ilmenau, als Konsortialführer zum Projekt. „Dazu wollen wir keine neuen Autos, entwickeln, sondern dafür sorgen, dass Fahrer, Fahrzeug, Fahrbahn und Energienetz „miteinander reden“ können“.

Elektrofahrzeuge sind durch kürzere Reichweiten und längere „Strom-Tankzeiten“ gekennzeichnet. Deshalb ist es für den Fahrer wichtig, zu wissen, ob auf der Route mit Verkehrsbehinderungen wie Stau zu rechnen ist, wann der Strom zum Tanken preiswert ist oder ob das Reiseziel auch tatsächlich erreicht  werden kann. Antworten auf diese Fragen erfordern eine Kommunikation zwischen unterschiedlichen technischen Systemen wie dem Fahrzeug und dem städtischen Verkehrsmanagement oder dem Fahrzeug und dem Stromnetz.

In zwei Feldversuchen soll die neu entwickelte IT-Systemplattform getestet werden. Dafür sind zwei Dienstleistungen für Fahrzeughalter mit Elektroautos geplant: Zum einen ermöglicht die Übermittlung der aktuellen lokalen Verkehrslage in Erfurt dem Fahrer ein reisezeit- und reichweitenoptimierendes Navigieren durch die Stadt. Zum anderen ist für alle Teilnehmer  ein „lastvariabler Fahrstromtarif“ vorgesehen. Das heißt, die Fahrzeugbesitzer tanken Strom zu vergünstigten Preisen, wenn sie der Information vom Energieversorger folgen und ihr Auto laden, wenn eine hohe Einspeisung aus erneuerbaren Energien anliegt.

Das Konsortium „Smart Mobility in Thüringen“ hat den Technologiewettbewerb „IKT für Elektromobilität II“ des Bundeswirtschaftministeriums gewonnen. Damit verbunden ist eine Förderzusage  in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre.

Zehn Partner betreiben das Gemeinschaftsprojekt – von Firmen wie der Unternehmensberatung INNOMAN GmbH oder dem Energiedienstleister enviaM, über Forschungsinstitute wie dem Fraunhofer IOSB-AST und dem IMMS aus Ilmenau bis hin zur Landeshauptstadt Erfurt als beteiligter Kommune. Das Unternehmer-Konsortium wurde seit 2011 von der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA), die bei der LEG angesiedelt ist, unterstützt.

 


 

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